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Einkaufsbummel in eine ungewisse Zukunft - Was wird aus der Schlossstrasse?
Berliner Morgenpost, 15.05.2003


Sie ist eine der beliebtesten Einkaufsmeilen in Berlin: die Schlossstraße in Steglitz. Doch Händler klagen über sinkende Umsätze und die steigende Zahl der Billigläden. Durch den Bau der Schlossgalerie erhoffen sich viele neue Impulse. Seufzend blickt Christiane Schneider, Verkäuferin in einem Juweliergeschäft, auf die funkelnden Ketten und Ringe in der Auslage. Draußen hetzen Passanten vorbei.

Sie sieht die Entwicklung der Schlossstraße nicht rosig: "Immer mehr billige Taschenläden, Handyshops und Imbissbuden, immer weniger hochwertige Fachgeschäfte." Seit die Parkplätze am Straßenrand kostenpflichtig sind, habe kaum mehr jemand Zeit für einen Bummel. Ganz zu schweigen von der allgemeinen Konsumflaute. Alexander Boether, bei der Immobilienfirma Engel und Völkers für die Vermietung von Einzelhandelsflächen verantwortlich, ist optimistischer.

Er vergleicht die Situation der 1,3 Kilometer langen Einkaufsstraße mit einem Regenschauer: "Alle kauern sich ein wenig zusammen, aber am Horizont scheint schon wieder die Sonne." Boether nennt zwei Gründe: die Anziehungskraft einer traditionellen Geschäftsstraße und neue Impulse durch Bauprojekte wie die Schlossgalerie. Auch berlinweit stehe die Schlossstraße gut da: Die Kunden können auf rund 100 000 Quadratmetern Einzelhandelsfläche shoppen.

Zum Vergleich: Kudamm/Tauentzien bieten 260 000 Quadratmeter, der Potsdamer Platz 45 000. Die Mieten zwischen Walther-Schreiber- und Hermann-Ehlers-Platz liegen im Schnitt bei 80 bis 90 Euro pro Quadratmeter, sind zuletzt etwas gesunken. Beim Bummel entlang der Schlossstraße kann man nicht nur Handys testen, sondern auch Krustenbraten essen, eine Kreuzfahrt buchen, sich einen neuen Haarschnitt zulegen oder im Naturkaufhaus einkleiden, feinstes Porzellan und den neuesten Bestseller erstehen. "Der Branchenmix stimmt noch", sagt Wirtschaftsstadtrat Klaus-Peter Laschinsky (SPD).

Leider blieben aber nur 40 Prozent der Kaufkraft im Bezirk. Die uneinheitlichen Schließzeiten sind jedoch ein Dauerthema für die Arbeitsgemeinschaft Steglitz, in der 40 Geschäftsleute mitarbeiten. AG-Vorsitzender Wilfried Schlüter plädiert für einheitliche Kernöffnungszeiten von 10.30 bis 19 Uhr außer sonntags. Einkaufen kann man aber auch links und rechts der Schlossstraße.

Mit jedem Meter Entfernung zur Shoppingmeile sinken die Ladenmieten. "Dafür müssen wir viel mehr wirbeln, um wahrgenommen zu werden", sagt Bibiana Ittner, Inhaberin der Blumenladens "Stielblüte" an der Zimmermannstraße. Ihr Konzept: nicht nur Schnittblumen und Topfpflanzen verkaufen, sondern auch Kurse für Hobbyfloristen anbieten. Klaus Mälzer ist Chef der gleichnamigen Bäckerei an der Ahornstraße, die 1899 von seinem Großvater gegründet worden ist. Er setzt auf Tradition und Qualität. Mit seinem Spezialbrot und Brötchen aus reinem Roggen beliefert er Hotels, das KaDeWe und die Kunden aus der Nachbarschaft. Sonntags steht Mälzer noch persönlich in der Backstube: "Wir sind eben eine Bäckerei und kein Backshop."
Quelle: http://www.morgenpost.de/content/2003/05/15/bezirke/604025.html